Kritische Erfolgsfaktoren in der Teleradiologie

 

Die Herausforderungen an die Teleradiologie lassen sich durch eine multifaktorielle Heterogenität ausdrücken:

Zu den Akteuren zählen private und öffentliche Spitäler, Krankenhaus-Holdings, medizinische Institutionen, Praxisgemeinschaften bis hin zu einzeln praktizierende niedergelassene Ärzte. Entsprechend sind die medizinischen Anforderungen und Herausforderungen mannigfaltig und die Kompetenz der Teleradiologie beantwortet viele Fragestellungen, welche unterschiedlicher nicht sein könnten: Diagnostik im Schockraum, Stroke Unit, muskuloskelettale Medizin, Intensivstationen, Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie etc.

Eine weitere Heterogenität stellen die teils deutlichen Unterschiede in der Durchführung und der Qualität der an die Teleradiologie gesendet Bilder dar. Die Teleradiologen haben die Herausforderung, trotz des deutlich heterogenen Bildmaterials immer die besten Daten herauszulösen und die bestmöglichen Befunde zu erstellen.

Zu Beginn der Teleradiologie bestellten radiologische Institute und Spitäler der USA zu Ende der 1990er-Jahre radiologische Befunde aus Entwicklungsländern, unter anderem aus Indien. Diese Befunde hatten einen verglichen mit dem US-Standard niedrigen Qualitätsstandard und waren mit Sicherheit auch mit dem europäischen Standard nicht konform. Dies hat die Teleradiologie in ein Zwielicht gestellt. In der Zwischenzeit allerdings hat sich die Teleradiologie längst von diesen Anfangszuständen distanziert.

Viele unterschiedliche Kunden zu haben, bedeutet für die Teleradiologie auch, sich auf unterschiedliche Kommunikationswünsche einzustellen. Es ist ihr wichtig, immer einem qualitativen Mindestansatz im Auge zu haben, an ihm festzuhalten und Kunden davon zu überzeugen, dass die Kommunikation ein wesentliches Standbein der telemedizinischen Zusammenarbeit ist. Nicht nur über herausragende Befunde zu jeder Tages- und Nachtzeit, sondern durch die vorangehende intensive Diskussion mit den klinischen Partnern zeugt über die Wichtigkeit der radiologischen Dienstleistung zu einem sehr frühen Zeitpunkt im Patientenmanagement.

Die Teleradiologie stellt sich in jeder Kooperation die Frage: Was genau wird wann und wo in der Patienten Behandlung gebraucht? Welche medizinischen Spezialisierungen sollen den Kunden angeboten werden, in welcher Zeit werden die Befunde gebraucht und sollten die Befunde in ausgesuchte oder in alle IT-Systeme der Kunden gesendet werden, sodass wertvolle Administrationszeit des Kunden gleichzeitig mit den medizinischen Ressourcen eingespart werden können?

 

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